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Kolumne zum Mai: Pfingsten war perfekt, dennoch alles furchtbar für die Deutschen

Guido Richterteamstormchaser wrote 18 hours ago:

Hört hört: Neue Mai-Rekorde sind gefallen - und zwar zahlreiche Temperaturrekorde in Frankreich und Großbritannien und - das mag den ein oder anderen tatsächlich überraschen, da es keine typische "ich mess das mal zuhause am Balkon"-Messgröße ist - Rekorde beim Geopotential. Es ist also alles ganz normal im Irrenhaus. Und Kartoffelwalter bekommt wie angekündigt sein warmes, sonniges, furztrockenes Mai-Ende, damit er sich mit Steakfett seinen Hautkrebspanzer einreiben und über alte Zeiten schwadronieren kann.

Natürlich kommt so ein heftiges Blocking (Hochdruck Westeuropa -> vom Atlantik kommt nichts mehr durch) immer mal wieder vor. Ein Einzelereignis ist nie Klima, sondern immer Wetter. Die Summe aller Einzelereignisse hingegen ergeben Klima. Und hier spielen dann Dinge eine Rolle, wie: Häufen sich Rekorde in jüngeren Jahren ggü. früher, Schlagzahl neuer Rekorde für die gleiche Betrachtungsgröße, wie oft kommen bestimmte Wetterlagen vor und - ganz wichtig - wie zäh halten sie sich, Durchschnittswerte (Monate, Jahre), sich verändernde Grundniveaus und sich verändernde Wechselwirkung mit anderen Aspekten (siehe immer früherer Vegetationsbeginn VS Frostrückfallgefahr).

Es war ein großer Fehler den Deutschen zu erzählen, dass die Klimaerwärmung hier flächendeckend für die klassische Apokalypse mit Blitz, Donner und Tornados sorgen wird. Es ist eher eine Story von Wärme, Dürre, Vegetationsschäden, gelegentlichen Extremhochwassern und einem nahezu flächendeckend völlig verblödetem Volk, das sich an Aberglaube wie Eisheiligen, sich selbst entzündenden Waldbränden oder der Nützlichkeit vom Verbrennen ganzer Wälder mit Holzöfen festhält, während man sich über jedes einzelne Fundament von - ich zitiere AfDler - "Windmühlen", im Detail auslässt, weil es ja den armen Wald zerstört und die "Gefahr" besteht, dass die Energiepreise sinken, man also nichts mehr hat, worüber man sich aufregen könnte.

Der Mai schwenkt jetzt an immer mehr Orten auf zu warm um. Fairerweise muss ich zugeben, dass es vermutlich nicht alle Orte bis Monatsende schaffen werden, aber ein paar warme Tage bekommen wir noch. Und dann wird dieser Mai in die Geschichte eingehen als der "schrecklichste Mai aller Zeiten" (es ist normal, dass Anfang Mai noch kein Vollsommer ist) mit nahezu Perfektion in Sachen Pfingsten, fast schon Übererfüllung, was aber in der jüngeren Geschichte bei den Schwurblern wieder vergessen werden wird. Denn wir alle wissen: Früher war immer alles besser, vor allem das Wetter. Und heute ist alles ganz furchtbar kalt und wolkig (die Daten beweisen das Gegenteil beider Sichtweisen).

Das alles bezieht sich auf die jüngste Referenzperiode 1991-2020, wo Erwärmungen bereits eingepreist sind. In Bezug auf ältere Referenzperioden ist der Mai fast überall zu warm, auf großer Fläche +1 K, in einigen Gebieten auch großflächig +2 K. So eine Scheiße aber auch - da waren die nostalgisch verklärten "schönen Sommer früher in der Kindheit" offenbar doch nicht immer so toll, ne?

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