
Heute (22.6.2026) geht unser neues
3D Radar an den Start. Es wird zunächst im Early Access veröffentlicht, geht dann in den geschlossenen Beta-Test und wird anschließend final ausgerollt. Die Besonderheit dabei:
Es ist das erste Feature, was exklusiv nur für Supporter erhältlich ist. Neben der Werbefreiheit und kleinen Benefits ist das also unser erstes, großes Zeichen an unsere Unterstützer. Niemand sonst kann dieses Feature nutzen. In erster Linie ist es ein Dankeschön, eine Gegenleistung für die Unterstützung. Und wir selbst haben auch einfach Bock auf dieses Projekt. Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass sich seit 2025 die
Serverkosten für Neuverträge verfünffacht (!) haben und es in Zukunft nicht mehr alles kostenlos sein kann. Was aktuell wegen KI & Ressourcenknappheit am Hardwaremarkt passiert, ist völlig irre. Während die gesamte Plattform grundlegend kostenlos bleiben soll und wird, muss es also auch solche Features geben, die einen echten Mehrwert bieten, aber auch die Server finanzieren. Supporter, die regelmäßig kleinere Beträge spenden helfen uns viel mehr, als Werbung auf der Webseite. In diesem Sinne an dieser Stelle: DANKE an alle aktuellen Supporter! Ihr seid großartig & gehört zur Elite!

An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal explizit auf unseren
Discord-Server einladen. Dort gibt es einen exklusiven VIP-Channel, wo sich Supporter austauschen können und wo wir immer wieder kurze Einblicke in die Entwicklung geben. Keine Sorge: Ihr verpasst nichts, Patreon wird von uns ebenfalls mit Informationen versorgt. Discord ist einfach eine interaktive, kommunikative Ergänzung.
Hier könnt ihr Discord mit Patreon verbinden, damit eure Mitgliedschaft automatisch in Discord erkannt wird. Doch nun zum Feature selbst.

Der Zugriff erfolgt über einen separaten Menüpunkt, dieser wird automatisch angezeigt, wenn ihr im Account eingeloggt seid und eure Mitgliedschaft aktiv ist. Alternativ kann das Tool auch über diesen Direktlink abgerufen werden (URL ändert sich nach dem Betatest noch einmal):
https://www.meteopool.org/de/beta-radar-3dIm Tool findet ihr diverse Einstelloptionen vor. Im Zentrum steht die 3D-Karte. Zu den wichtigsten Einstellungen zählt der Radar-Standort, der Parameter und die verschiedenen Einstellungen zu Anzeige, Darstellungsmodus und Qualität. Wir haben einige Parameter eingefügt, die man nicht bei jedem Wetterdienst findet. Die Daten können auch gefiltert werden, z.B. könnt ihr die minimalen dBZ-Werte etwas anheben, um Störungen zu eliminieren. Über diese Einstellung lassen sich auch die Echo Tops auf 18 dBZ justieren. Standardmäßig seht ihr Live-Daten (diese können auch animiert werden über die Zeitleiste unten), ihr könnt aber auch von uns angelegte Archivdaten abrufen. Diese beinhalten spannende Beispiele, die wir während unserer Entwicklung abgespeichert haben. Unser Tipp: 4.6.2026, ESS-Essen Radar - eine heftige Superzelle mit fantastischen Strukturen, Hagel und bedrohlicher Rotation. Wir zeigen euch nun ein paar Beispiele, wie ihr das Tool nutzen könnt und welche Dinge man damit erkennen kann.
Betrachte Superzellen, als würdest du gerade davor stehen. Wenn Superzellen relativ nah am Radar sind und besonders kräftig ausgeprägt sind, kannst du sie dir im 3D-Modus fast wie im Lehrbuch anschauen. Du siehst den niederschlagsarmen oder -freien Aufwindbereich, den Hauptabwind "FFD" und die nahezu runde, rotierende Wolkenbasis, wo man bodennah eine Wallcloud erwarten kann. Dort würde dann auch ein Tornado erscheinen, wenn die Bedingungen günstig sind. Da man in die Zelle hineinsehen kann lässt sich auch feststellen, ob Hagel aus der Mesozyklone herausfällt und ob neuer Hagel weiter in der Höhe "gebrütet" wird und später mit größerem Durchmesser herunterfällt. Die hier dargestellte Superzelle ist derart eingedreht, dass sie auf dem untersten 2D-Radarscan ein markantes Hook-Echo zeigte. Keine Zeit für Stormchasing? Auto kaputt? Nichts los in deiner Region? Schnapp dir eine Chips-Tüte und gönn dir unser Tool. Noch nie hat es so viel Spaß gemacht, Backseat-Chasing zu betreiben. Oder, wenn du ein Team hast, vielleicht ja als Radar-Operator?

Jetzt kommt ein echter Klassiker: Angepasste Farben (siehe ganz unten, wie das funktioniert), um nur bestimmte Konturen darzustellen. Ein klarer Fokus auf starke Niederschläge. Ausgefüllte Reflektivitäten ab 60 dBZ. So lassen sich
Hagelkerne besonders gut entdecken, sie leuchten dich regelrecht an. Falls du zu den Menschen gehörst, die auch Unwetter mit Reflektivitäten über 65 dBZ vor der Haustüre haben, kannst du das weiß natürlich auch etwas abmildern, damit du den schwarzen Hagelkern mit 70 dBZ und Großhagel darin erkennen kannst. Alternativ: Über den dBZ Slider kann man sich jederzeit wie bei einer Zwiebel durch die Zelle schälen bis zu den max dBZ Kernen.

Wo wir es gerade ansprachen: Es gibt noch eine weitere Methode - den
Max (MIP) Modus. Mit diesem werden die höchsten Werte dargestellt, egal, was davor wäre. Es werden auch Zellen dargestellt, die hinter dem liegen, was du aktuell betrachtest. Es kann herausfordernd sein, sich das anzuschauen und in der Karte zu navigieren. Hat man aber erst einmal verstanden, was man da sieht, ist das ein sehr nützliches Tool, um heftige Hagelkerne im Blick zu behalten und nichts zu übersehen, was irgendwo hinter zu viel Niederschlag versteckt ist.

Das hier ist auch für die Lehrbücher dieser Welt: Mit der
Hydrometeorklassifikation kann man abschätzen, welche Niederschlagsart in einem Niederschlagsgebiet vorkommt. Im Fall von Gewittern ist das natürlich besonders spannend, da man hier die verschiedenen Niederschlagszonen erkennen kann. Die Gewitter lassen so buchstäblich die Hüllen fallen und geben all ihre Geheimnisse preis. Es lassen sich zudem Aussagen dazu treffen, wie die Reflektivitäten in dBZ zu beurteilen sind. Wer sich für Hagelentstehung interessiert, kann hier sehr viel lernen. Im Stormchasing sind diese Daten sehr wertvoll, um großen Hagel zu lokalisieren und Abschätzungen für zukünftige Hagelentwicklungen zu treffen.
Apropos Hagel - du kannst natürlich auch ganz nah ranzoomen und nachschauen, ob es beim Nachbar wirklich gehagelt hat, oder ob er doch nur Wasserbälle im Tiefkühler eingefroren hat, um mitreden zu können. Vielleicht interessieren sich auch Versicherungen für solche Produkte? Wir sind gespannt - die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Schreibt uns in die Kommentare, ob ihr mal live das 3D Radar beobachtet habt und euch eine solche Zelle erwischte - und wie gut es gepasst hat. Wir freuen uns immer über Einsendungen, besonders exakt vermessener Hagel ist interessant. Wenn ihr vor so einem Hagelvorhang steht, müsste das auch in Realität sichtbar sein. Solche Hagelschlote stechen bei guten Lichtverhältnissen weißlich schimmernd aus dem umliegenden Niederschlag hervor - Zeit, die Flucht zu planen.

Das hier ist kein UFO, auch wenn es so aussieht. Wetterkundige werden sagen: Sieht ein bisschen aus, wie eine Wallcloud. Und genau genommen ist das gar nicht so weit entfernt von der Wahrheit. Mit dem
Parameter zur Darstellung von Rotation kannst du Mesozyklonen und Tornados entdecken. Wenn da eine rotierende Wolkenbasis ist, wirst du es im Radar sehen. Wenn es eine rotierende Wallcloud oder eine Absenkung gibt, wirst du es sehen. Wenn da ein Tornado ist, wirst du es sehen. Nicht den Tornado selbst (außer die ganz dicken Dinger), aber deutliche Indizien dafür, dass einer da ist. Indem du solche Rotationen gut im Blick behältst, kannst du abschätzen, was im Inneren der Zelle vor sich geht und wie hoch die Tornadogefahr ist.
Einfacher Merksatz von uns: Wenn die Rotation stärker, enger und zum Boden zugewandter wird, wird es brenzlig.
Die Puristen unter euch können natürlich auch die Rohdaten anschauen, aus denen die Rotationserkennung berechnet wird. Wir müssen euch aber vorwarnen: Wer einmal die Rotationserkennung benutzt hat, will eigentlich nicht mehr zurück zu den
Velocity-Rohdaten. Diese lassen sich in 2D gut interpretieren, in 3D ist das abgeleitete Rotationsprodukt überlegen.

Erinnerst du dich noch an den Merksatz, den wir dir etwas weiter oben vermittelt haben? Hier siehst du ein Beispiel, wie das dann in Realität aussehen kann. Echte Zelle - keine erfundenen Daten. Diese
Rotation näherte sich dem Betrachter und zog am Beobachtungspunkt vorbei. Man sieht deutlich, wie sich die Rotation rasant verstärkt (grün -> gelb -> orange -> rot). Zeitgleich senkt sie sich ab und wird auch vertikal gestreckt, es entsteht also eine Art rotierender Zylinder. Im letzten Bild sieht es schon fast aus wie ein Tornado und erreicht auch den tiefsten Scan des Radares. Solche Rotationsschläuche sollte man definitiv als Stormchaser im Auge behalten. Es ist nie ein Beweis für einen Tornado - aber es könnte einer sein.

Bei all den 3D-Daten kann einem ganz schwindelig werden. Damit es dazu nicht kommt, haben wir auch Modi eingebaut, um sich vom 3D-Modus zu erholen. Hier im Bild: Der sogenannte
"ground projection" Modus, kombiniert mit einem
Single Scan Radarbild (also nur 1 Scan-Ebene statt 3D-Volumen). Das entspricht im Grunde dem, was du von normalen Radarkarten kennst, die man von oben betrachtet (
2D). Es ist natürlich auch möglich, sich so einen Einzel-Scan in 3D anzuzeigen. Man kann sich dann quasi in Salami-Taktik durch die verschiedenen Scanhöhen durcharbeiten.

Abschließend, ein paar Spezialanwendungen. Uns war wichtig, auch Dinge anzubieten, die es so eher selten oder gar nicht am Markt gibt. Dinge, die Fachwissen erfordern, um mit der Interpretation nicht komplett im Dunkeln zu tappen. Ein solches Beispiel wäre der Parameter "
Specific Differential Phase (KDP)". Hier jetzt zu erklären, welche Radardaten verarbeitet werden und wie man das wissenschaftlich interpretiert, würde zu weit gehen. Das kann man im Internet nachlesen - und künftig sicher auch bei uns in einem zukünftigen Guide. Dieser Parameter ist eher aus den USA bekannt, er wird dort routinemäßig zur Erkennung von besonders kräftigen Niederschlagsfeldern benutzt - in 2D. Wir sind der Meinung, dass dieser Parameter mehr Beachtung finden sollte, da er auch eingebettete Niederschlagsfelder zuverlässig anzeigt und sich oft besser eignet zur Erkennung von Starkregen, als reine dBZ-Werte. Und während das also schon eher neu erscheint, gibt es das dann nun auch noch in 3D. Wir haben uns bei diesem Parameter übrigens ganz bewusst gegen die international gebräuchlichen Farben entschieden. Sie ergeben in unserer Welt keinen Sinn. Hier im Bild: Hochreichende
Starkregenzone innerhalb eines Unwetters - drohendes Aquaplaning auf der angrenzenden Autobahn. Hat euch so ein Regenklops mal erwischt? Sendet uns gern einen Bericht, am besten ein Video!

Ein weiteres Produkt ist eigentlich auch ein Standard-Produkt. Die sogenannten
Echo Tops zeigen an, wie hoch eine bestimmte Reflektivität maximal reicht. Der Industriestandard bezieht sich auf 18 dBZ. Die Daten sagen also aus, in welcher Höhe das Radar letztmalig 18 dBZ gemessen hat an dem entsprechenden Ort. Diese Information setzen wir um in eine 3D-Repräsentation, zusätzlich wird es auch farblich dargestellt. Besonders starke Zellen, die in die Höhe schießen, lassen sich so erkennen. Wer sich mit Flugzeugen beschäftigt kann nachvollziehen, warum Ausweichbewegungen geflogen werden.

Wo wir schon bei Wolkenhöhen und Ausweichrouten sind - etwas für die
Planespotter. Alles, was wir bisher gezeigt haben, dürfte für
Planespotting generell auch interessant sein. Um diese Interessengruppe noch etwas mehr abzuholen, haben wir Flughäfen gleichberechtigt mit Straßen hervorgehoben, obwohl Stormchaser ja nie per Flugzeug unterwegs sind. Start- und Landebahnen erscheinen deshalb schwarz mit markant gelbem Rahmen.
Du bist Fluglotse oder sitzt im Tower bei einem kleinen Regionalflughafen? Wir sind sicher, wenn du dieses Tool auspackst, werden deine Kollegen neidisch auf den Bildschirm schauen - und du hast dein Revier im Griff.

Finally - ein Blick auf das Tool zum
Anpassen der Transparenz. Über komplett frei konfigurierbare Kurven könnt ihr die wildesten Sachen machen und euch die Inhalte ein- oder ausblenden, die ihr sehen wollt. Es lohnt sich, mit diesen Einstellung herumzuspielen und auch verrückte Kurven auszuprobieren. Je nach Anwendungsfall und Interesse kann das nämlich durchaus unterschiedlich ausfallen. Beim ersten Abruf schicken wir euch mit einem von uns definierten Preset auf die Reise. Dieses sollte für die meisten Fälle brauchbare Ergebnisse liefern. Was ihr dann damit macht, ist eure Sache. Falls es zu wild wurde, könnt ihr jederzeit auf "Werkseinstellungen" zurücksetzen.

So, geschafft. Das war nur ein grober Überblick. Das Tool ist sehr mächtig und es macht Spaß. Wir sind gespannt, was ihr entdecken werdet. Teilt es gern mit der Community oder zeigt es euren Freunden. Gern dürft ihr es auch bei Social Media zeigen. Wir würden uns zudem freuen, wenn
umfangreich Feedback gegeben wird. Seid da bitte gern direkt und offen,
sagt uns, was richtig gut ist und wo wir ins Klo gegriffen haben. Ohne Feedback können wir nichts verändern oder ihr bekommt nur das, was wir uns so zusammendenken. Wir freuen uns auf euer Feedback! (E-Mail, DM oder Discord -> es gibt einen speziellen Channel)
Viel Spaß!
Euer Meteopool-Team